Wieso überhaupt Jabber?
Das ist eine sehr berechtigte Frage. ICQ, MSN, YIM, etc. sind alles proprietäre (d.h sie sind keine freie Software) Instant-Messaging-Systeme und deren Betreiber sind recht wenig an der Privatsphäre ihrer Benutzer interessiert.
Die Nutzungsbedingungen dieser Messenger sind oft mehr als fragwürdig, außerdem ist es gewöhnlich nicht gestattet einen anderen Clients als den der vom Betreiber angeboten wird zu verwenden. Es wird zwar geduldet, aber sind zum Beispiel die Protokolle nicht frei zugänglich, weshalb alternative Clients solcher Netzwerke praktisch nie alle Features bieten.
Zum Jabber-Netzwerk hingegen sind alle Spezifikationen und Protokolle frei zugänglich und jeder kann Software dazu schreiben. Die dezentrale Architektur erlaubt es jedem der möchte einen eigenen Jabber-Server einzurichten und ihm die Features zu geben die er benötigt. Zum Beispiel das Feature Nachricht in fremde Netze senden zu können.
Als Nutzer des Jabber-Netzes hat man auch weit mehr Möglichkeiten Konfigurationen vorzunehmen. Man kann zum Beispiel jedem Kontakt individuell Rechte zuteilen. Die Kontaktliste wird von Jabber auf dem Server gespeichert, d.h. ich kann von überall aus meine Kontakte nutzen auch wenn ich woanders schon mit dem Jabber-Netzwerk verbunden bin. Man kann nämlich mehrere Clients gleichzeitig zum Jabber-Netzwerk verbinden.
Als letzten Vorteil will ich noch die Verfügbarkeit auf allen aktuellen Betriebssystemen erwähnen. Clients gibt es für Windows, MacOS und Linux. Und wenn nicht, steht es jedem frei für diese einen Clients zu entwickeln. Eine Auflistung der bekanntesten Clients finden Sie im Menü unter "Jabber Clients".
Gruppenchat - Vorteile gegenüber IRC
Ein Jabber-Gruppenchat (MUC = Multi-User-Chat) hat viele Vorteile gegenüber IRC:
- Durch seine JID kann man sich in jedem MUC weltweit eindeutig identifizieren.
- Es werden keine umständlichen Befehle gebraucht, um chatten zu können.
- Die Rechte in einem Raum werden mit der JID verknüpft, wodurch eine Übernahme von anderen Benutzern nicht möglich ist.
- Verbannte User bleiben auch nach einem IP Wechsel verbannt.
- Ein Raum kann so geschützt werden, dass nur bestimmte JIDs in den Raum kommen ohne sich ein Passwort merken zu müssen.
- Es ist möglich, dass der Jabber-Server den MUC mitloggt, um den Text auch anderen bereit zu stellen.
- Um anonym zu bleiben, kann man seinen Nickname im MUC verändern. Nur Moderatoren und Administratoren können die JID dann herausfinden.
- Es gibt keine Kodierungsprobleme zwischen UTF8 und ISO8559, da Jabber alles auf einen Standard umwandelt.